Das Ziel ist die 2. Liga
7. August 2007 | Autor: michael | Kategorie: Vereinskasse, ZweitklassigOb und wann es erreicht wird, kann hier unberücksichtigt bleiben, es geht einzig und allein um den Weg dorthin. Und auch nicht um die sportlichen Perspektiven, sondern um das, was gemeinhin als “Umfeld” bezeichnet wird: Vereinsführung, Management, Wirtschafts- und Sportförderung, Politik, Professionalität – eben alles, was dazugehört, wenn ein ambitionierter Verein sich anschickt, Erfolg zu haben und für seine Stadt ein Aushängeschild zu sein. Grundlage dafür ist immer ein Stadion.
Da sind mir in der letzten Woche ganz zufällig zwei Beispiele für den Weg zum zweitligareifen Stadion begegnet, die gegensätzlicher kaum sein können.
Beginnen wir in Wuppertal, Metropole im Bergischen mit einem großen Einzugsgebiet und hervorragender Infrastruktur. Vor Ort gibt es jede Menge großer Unternehmen mit Sponsoring-Potenzial – beispielhaft seien nur Erfurt-Rauhfaser (in allen Bundesliga-Stadien prominent vertreten) und Vorwerk genannt.
In Wuppertal steht das alte Stadion am Zoo. Ich habe dort als Kind schon Erstliga-Kicks gesehen, aber das sei hier nur am Rande erwähnt. Altersbedingt glich das Stadion irgendwann einer Ruine. Seit Jahren spricht man im Tal vom Umbau. Einiges ist mit der Zeit auch passiert, allerdings wohl Stein für Stein und mit einer Gemütlichkeit, die an den Pyramidenbau erinnert. An diesen fühlt sich wohl jetzt auch die Stadt als Bauträger in Bezug auf die Entlohnung erinnert. Da die Finanzen knapp sind, hat man sich einen ganz besonderen Trick ausgedacht: Seit letzter Woche wird der Stadionumbau von 1-Euro-Jobbern weiter betrieben. Die örtlichen Handwerker sind natürlich aufgebracht und ARGE und Stadt müssen sich kritischen Fragen stellen. Ob – und vor allem wann – das Stadion fertig wird, steht wohl in den Sternen. Ist aber auch egal, denn die ursprünglichen Planungen werden dann eh nichts mehr mit den dann aktuellen Ansprüchen der Fans und den Standards in anderen Arenen zu tun haben.
Ganz anders stellt sich die Situation in Oldenburg dar. Sportlich noch nicht so nah an der 2. Liga und geografisch eher benachteiligt plant man dort ein neues Stadion, das den Fan-Wünschen und den modernen Ansprüchen der 2. Liga, die der VfB mittelfristig anstrebt, gerecht werden soll. Dabei geht man sehr professionell vor, stellt das Projekt auf eine breite Basis und holt sich Unterstützer ins Boot, die in Europa Maßstäbe gesetzt haben in Punkto Stadionbau.
Man mag von Rudi Assauer und Walter Hellmich halten was man will, die Duisburger und Schalker unter uns wissen, was ich meine, aber ihr Geschäft verstehen sie. Sie haben in Gelsenkirchen und Duisburg hochmoderne Stadien geschaffen, die weltweit Anerkennung finden. Ob das auch in Oldenburg gelingt, steht noch nicht fest, sie versuchen es auf jeden Fall. Und die Verantwortlichen bedienen sich professioneller Methoden, von denen man sich in der Großstadt Wuppertal eine Scheibe abschneiden könnte.
Diese beiden Beispiele sind völlig willkürlich. Ich bin aber sicher, dass der normale Umgang mit Stadion-Um- oder Neubauten in diesen Ligen irgendwo zwischen diesen Extremen liegt.