Schock für Chape-Bruder auf dem Feld

Wie kann der Schiedsrichter nur so herzlos sein?

Schock für Chape-Bruder auf dem Feld

Die Auswirkungen der Katastrophe

Mathéus Biteco war gerade auf dem Weg, den größten Erfolg seiner sportlichen Laufbahn einzufahren: Mit seiner brasilianischen Mannschaft flog er gen Medellín, um ein Pokalfinale zu bestreiten. Er kam dort nie an - er ist einer der 71 Menschen, die bei der Chapecoense-Katastrophe im November ihr Leben lassen mussten.

Damals stürzte ihr Flieger kurz vor dem Zielflughafen ab, nur wenige Insassen haben überlebt. Der Schock über das Unglück war weit über die Grenzen Südamerikas hinaus noch zu spüren, überall auf der Welt solidarisierte man sich mit "Chape".

Auch der Bruder von Mathéus ist Fußballprofi. Guilherme spielt in der zweiten, brasilianischen Liga für Parana. Was er nun bei diesem Verein tat, schockiert und begeistert die Fans rund um dem Globus. 

Schock für Chape-Bruder auf dem Feld

Ein bewegender Jubel

Zum ersten Mal seit dem Absturz schoss Guilherme für seine zweitklassige Elf ein Tor - während die Gäste aus Vitoria bereits mit 1:0 führten. In dieser 72. Minute setzte er zu einem einzigartigen Jubel an: Er zog sein Shirt aus und präsentierte es weinend den wenigen, mitgereisten Fans. Unter dem Trikot waren mehrere Fotos von ihm und seinem Bruder zu sehen, er widmete dem Treffer ihm. Später ging er auf die Knie und brach in Tränen aus. Szenen, die wirklich jeden Fußballfan der Welt aktuell berühren. 

Das Schockierende daran: Der Referee hielt sich strikt an die Regeln. Guilherme wurde mit der gelben Karte bestraft, nachdem er sein T-Shirt auszog. Das ist zwar eigentlich regelkonform, doch viele Unterstützer fragen sich nun, ob man für solch eine Ausnahmesituation nicht auch eine Ausnahme hätte machen können.

Biteco wird es jedoch herzlich egal sein: Er konnte endlich auch auf dem Feld von seinem Bruder Abschied nehmen.