Ronaldinho: Feiert die Legende ihr Comeback?

Steht der Brasilianer bald schon wieder auf dem Feld?

Ronaldinho: Feiert die Legende ihr Comeback?

Ist der FC Barcelona auf der Suche nach einem Ersatz für den verletzten Ousmane Dembélé fündig geworden? Aktuellen Medienberichten zufolge könnte der 37-jährige Ronaldinho ein Comeback bei den Katalanen feiern. Der Brasilianer hat zu Beginn des Jahres zwar offiziell seine aktive Laufbahn beendet, scheint für eine Rückkehr auf den Rasen aber offen zu sein. Es ist jedoch fraglich, inwiefern der Altstar in der Lage war, Barcelona wirklich weiter zu helfen.

198 Spiele hat Ronaldo de Assis Moreira, der den meisten besser unter dem Namen Ronaldinho bekannt sein dürfte, zwischen 2003 und 2008 für den FC Barcelona absolviert. Mit 91 Toren und 52 Vorlagen sowie zahlreichen nationalen und internationalen Titeln, unter anderem dem Gewinn der UEFA Champions League in der Saison 2005/6, hat der Brasilianer eine sehr erfolgreiche Zeit in Barcelona gehabt. Anfang 2017 hat Ronaldinho seine aktive Laufbahn nach 19 Jahren jedoch offiziell beendet und kehrte zurück nach Barcelona. Als Markenbotschafter des Vereins soll Ronaldinho zukünftig Barca bei Veranstaltungen weltweit repräsentierten. Nach jüngsten Meldungen könnte der Ex-Nationalspieler jedoch bald auch ein Comeback im Nike-Trikot vom FC Barcelona feiern

Was im ersten Moment sehr skurril klingt, könnte für die Verantwortlichen in Barcelona unter Umständen eine echte Option sein. Hintergrund für die Gerüchte eines möglichen Ronaldinho-Comebacks ist die schwere Verletzung von Ousmane Dembélé. Der ehemalige Profi von Borussia Dortmund wechselte diesen Sommer für 105 Millionen Euro nach Barcelona und zog sich nach nur drei Einsätzen für die Katalanen einen Oberschenkelmuskelriss zu. Der 20-jährige Offensivspieler wird aller Voraussicht nach bis Anfang 2018 ausfallen, was ein herber Rückschlag für Barca ist. Kurios ist die Tatsache, dass Barca mit Marco Reus an einem weiteren BVB-Profi interessiert war, der deutsche Nationalspieler entschied sich jedoch gegen einen Wechsel nach Spanien.

Die Verantwortlichen in Barcelona sollen sich Medienberichten zufolge unmittelbar nach der Verletzung von Dembélé nach einem Ersatz umgeschaut haben. Das Problem ist jedoch, dass die Transferperiode seit Ende August geschlossen ist und die nächste Transferphase erst im Dezember eröffnet wird. In den kommenden Wochen und Monaten hat Barcelona außerdem wichtige Spiele vor der Brust, sowohl in der Champions League als auch in der spanischen La Liga. Auch wenn man die Tabelle in La Liga aktuell anführt und auch in der Gruppe D der Champions League nach zwei Siegen souverän dasteht, erhält Barca beim Sportwetten-Anbieter Betway am 28. September "nur" eine Siegquote von 7,50 in der Königsklasse. Damit liegt man derzeit lediglich auf Rang drei hinter dem Erzrivalen Real Madrid und Paris Saint-Germain. Nicht nur konnte PSG in der letzten Begegnung mit dem FC Bayern München durch einen 3:0-Sieg überzeugen, auch durch den Verkauf von Neymar an Paris Saint-Germain hat  Barca deutlich an Qualität in der Offensive verloren. Dembélé wurde als 1:1-Nachfolger für Neymar verpflichtet, steht nun aber aufgrund seiner Verletzung für längere Zeit nicht zur Verfügung. Viele Alternativen hat Barca im offensiven Mittelfeld und vor allem auf den Flügelpositionen nicht mehr. Eine weitere Verletzung würde man wohl kaum kompensieren können.

Aktuell hat Barcelona 23 seiner möglichen 25 Kaderplätze belegt, könnte jedoch bis zum Winter nur noch vereinslose Spieler unter Vertrag nehmen. Ronaldinho ist mit 37 Jahren sicherlich nicht auf der Spitze seines Schaffens und hat seit Februar 2017 nicht mehr "professionell" Fußball gespielt. Dennoch heißt es, der Brasilianer trainiere regelmäßig und halte sich so fit. Der Offensivkünstler wäre ohnehin kein Mann für einen Stammplatz, sondern vielmehr eine Art "Notnagel", falls es tatsächlich zu weiteren ungeplanten Ausfällen kommen sollte.

Für die Fans wäre ein Comeback des Weltmeisters von 2002 sicherlich eine aufregende Sache und auch marketingtechnisch ein voller Erfolg für Barcelona, sportlich wären andere Lösungen aber vemutlich zielführender. Neben Ronaldinho gibt es weitere vereinslose Spieler, die deutlich besser ins Anforderungsprofil von Barca passen würden. Mögliche Alternativen auf dem Transfermarkt sind Spieler wie Antonio Cassano, Patrick Ebert, Diego Capel, José Antonio Reyes oder Cedrick Mabwati. Unter diesen Namen befindet sich mit Patrick Ebert auch ein deutscher Profi und Ex-Bundesligaspieler. Der 30-Jährige stand bis Juli bei Rayo Vallecano unter Vertrag und ist somit kein Unbekannter in Spanien. Zuvor spielte er bereits für Real Valladolid. Insgesamt kommt der Ex-Herthaner auf über 40 Einsätze in der La Liga sowie 6 Tore und 7 Vorlagen. Neben Marc André ter Stegen wäre Ebert der zweite Deutsche in den Reihen des FC Barcelona.