Quo vadis, Jens Lehmann?

25. Oktober 2007 | Autor: michael | Kategorie: Flimmern & Rauschen, Jogis Jungs

Jens Lehmann hat die Faxen dicke Blasen am Hintern von der ewigen Bankdrückerei die Hosen voll, weil Löw für die EM einen spielenden Keeper braucht Sorgen um seinen guten Ruf was weiß ich.

Auf jeden Fall polterte er mal so richtig los. Damit es sich lohnt, nahm er kein Blatt vor den Mund und verteilte großzügig üble Kritik an seinen Trainer Arsene Wenger und den jungen Torhüter-Kollegen.

Für die britischen Medien ist das natürlich ein gefundenes Fressen. Die Sun zum Beispiel bezeichnet ihn als Blödmann, der sein eigenes Todesurteil unterzeichnet hat.

lehmann

OK, kann sein, dass er seinen Rauswurf provozieren will. Ob das schlau wäre, sei mal dahingestellt. Sport1 gibt derweil schon mal den Spielervermittler und begibt sich auf die Suche nach potenziellen Arbeitgebern nach der Winterpause. Die Liste liest sich wie das Who is who des europäischen Fußballs. Manchester, Mailand und London locken schon im Titel. Weiter geht es mit Rom und aus der Bundesliga Schalke, Stuttgart und Wolfsburg. Wie es sich für seriösen Journalismus gehört selbst in Boulevard-Medien manchmal anzutreffen ist, gibt es zu jedem der ins Spiel gebrachten Vereine auch eine plausible Begründung.

Momentchen mal! Glaubt wirklich jemand, dass sich auch nur einer dieser Clubs das antun würde? Jens Lehmann wird in England mehr Geld verdienen, als jeder Torwart in der Bundesliga. Ja, wohl auch mehr als Oliver Kahn. Vielleicht wird er Zugeständnisse machen, damit aber sicher nicht in Regionen vorstoßen, die sich als wirtschaftlich für seinen Arbeitgeber bezeichnen lassen. Selbst wenn, dafür gibt es dann einen 37-jährigen, der mit viel Glück noch eine Saison dranhängt, die dann aber wohl als Backup-Lösung auf der Bank. Bezahlen müsste man das mit dem Verprellen junger, ambitionierter und sehr talentierter Jung-Keeper oder verdienten Torleuten, die vielleicht im Moment ein wenig schwächeln. Und davon kann sich kein Torhüter der Welt freimachen.

Nicht dass ein falscher Eindruck entsteht. Ich habe immer viel von Lehmann gehalten. Und er wird es mit Sicherheit auch heute noch mit vielen seiner aktiven Kollegen aufnehmen können. Viele haben Kahn vorgeworfen, er habe den rechtzeitigen Absprung verpasst. Und Lehman ist auf dem besten Wege, ihm dabei zu folgen. Ich sehe Lehmann eher in Japan, den USA, Dubai oder bei Ralf Rangnick in Hoffenheim (oder entsprechenden Pendants irgendwo in Europa, die es mit Sicherheit geben wird). Dietmar Hopp, übernehmen Sie!

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