Spezialeinheit der Polizei jagt Hooligans mit dem Fliwatüt
17. März 2010 | Autor: michael | Kategorie: Dritte Halbzeit
Bei der nordrhein-westfälischen Polizei gibt es jetzt eine neue Spezialeinheit, die sich landesweit den Hooligans annehmen soll. Etwas 100 Einsatzkräfte sollen rund um die Uhr in der Lage sein, spontan auf Vorkommnisse im Zusammenhang mit Fußballspielen zu reagieren.
Die Truppe ist allerdings nicht vor Ort, wenn Problemspiele zu erwarten sind, sondern agiert mobil und wird per Hubschrauber zum Einsatzort transportiert, wenn es irgendwo brennt oder die Gefahr besteht, dass es dazu kommt.Vor ein paar Tagen haben sie den Ernstfall schon einmal durchgespielt trainiert. Wie es aussieht, wenn Polizisten Hooligans spielen und auf ihre speziell ausgebildeten Kollegen aus der Luft treffen, zeigt das folgende Video von Express-TV:
Wir alle werden die Vorfälle in Berlin vom vergangenen Wochenende noch vor Augen haben. Ich stelle mir gerade vor, Vergleichbares wäre in Bielefeld passiert. Da springen dann in Köln 100 Hooligans Polizisten in ihr Fliwatüt. Der Flug nach Bielefeld dauert – Ein- und Aussteigen kann man ob der körperlichen Fitness der Truppe vernachlässigen – mindestens eine halbe Stunde. Landen die dann im Stadion oder irgendwo in der Nähe zwischen aus dem Stadion strömenden Fans? Egal, am Landeplatz werden sie von ortskundigen Kollegen abgeholt und zum Ort des Geschehens gebracht. Dort heißt es dann “Knüppel aus dem Sack!” – leider ist keiner mehr da. Selbst wenn man nun Bielefeld durch Gelsenkirchen, Bochum oder auch Düsseldorf ersetzt, wird das Konzept nicht schlüssiger. Ich würde sogar behaupten, dass bei einem innerstädtischen Einsatz in Köln zwischen Alarmierung und dem ersten Schlag auf den Kopf eines Hooligans mindestens 30 Minuten vergehen.
Der Schwachsinn von Berlin hat doch gezeigt, dass die Probleme vor Ort zu lösen sind. Überforderte Ordner ließen sich überrennen und sind zum Teil sogar abgehauen. Die Polizeikräfte vor Ort brauchten lange Minuten, bis sie die Hooligans zurückdrängen konnten. Die Fanbetreuung im Fanblock hat offensichtlich völlig versagt. Und das alles vor dem Hintergrund, dass es den Aktiven mehr darum ging, ihren Frust rauszulassen, statt zielgerichtet Gewalt anzuwenden. Man mag sich gar nicht vorstellen, was alles hätte passieren können …