Stippvisite in der dritten Klasse
9. September 2006 | Autor: michael | Kategorie: Aschenplatz, Fankurveumgezogen aus meinem Privat-Blog:
Immer wieder mal fragte in der Vergangenheit der Sohn unseres Nachbarn – Anfang zwanzig und vielseitig sportinteressiert – an, ob wir nicht mal zusammen zum Fußball oder Eishockey fahren sollten. Gestern war es dann so weit: WSV gegen Fortuna Düsseldorf – Rheinisches Regionalliga-Derby. Zwei Vereine, die bereits Erstligaluft geschnuppert haben, auch wenn es schon lange her ist. Beide recht ambitioniert und mit hohen Zielen in die Saison gestartet. Ein uriges Stadion mit langer Tradition, in dem ich irgendwann in den 70ern das letzte Spiel vom Internetzer gesehen habe. Und dann noch ein wunderschöner Spätsommerabend. Der Boden schien bereitet für einen schönen Fußballabend… Es ging los mit dem im Auto vergessenen Tabak. Egal, dann gibt es halt Fußball-Ziggis im Stadion. Zu den nicht aufzutreibenden Zigaretten (Jugendschutz, so einen Quatsch habe ich in einem Stadion noch nie gehört!) gab es lecker alkfreies Bier (Risikospiel!) und kalte Krakauer. Das konnte ja nichts mehr werden! OK, die Plätze waren dann ganz in Ordnung, nur alles ein wenig beklemmend. Eine derartige Polizeipräsenz habe ich vor wirklich vielen Jahren zuletzt in Ahaus und Wackersdorf gesehen. Die spielten dann knapp zwei Stunden später auch artig Räuber und Gendarm mit sich gegenseitig über das Außengelände jagenden Düsselwupperdörflern. Ob es zu ernsthafteren Auseinandersetzungen gekommen ist, kann ich nicht sagen. Vorher hat es natürlich auch ein Spiel gegeben: Ganz langweiliger Kick auf niedrigstem Niveau, der den Wuppertalern in der letzten Minute einen unverdienten Punkt bescherte. Weil es so langweilig war, vergifteten sich bekloppte Düsseldorfer selbst mit bengalischem Feuer und beschossen Ordner und gegnerische Fans mit Leuchtkugeln. Nee, das brauche ich alles nicht wirklich. Nennt mich arrogant oder von mir aus auch Modefan, aber ein gepflegtes Bundesligaspiel in der Veltins-Arena – oder in Köln, Mönchengladbach, Bochum, sogar Dortmund – kommt meinen Vorstellungen vom runden Fußballerlebnis mit echtem Unterhaltungswert weitaus näher. P.S.: Auf der Rückfahrt hörten wir dann von der saftigen Niederlage der DEG in Iserlohn. Auch da haben sich die Düsseldorfer Fans ordentlich daneben benommen und sich mit Fans und Polizisten geprügelt. Vielleicht sollte man das Verhältnis von Sportfans aus unserer Landeshauptstand zur Gewalt mal genauer unter die Lupe nehmen…