Die Legende Carlos Kaiser

Der beste Fußballer der Welt – der nie spielte

In der Welt des Fußballs ist der Brasilianer Carlos Henrique Raposo unter dem Ehrennamen Carlos Kaiser bekannt – denn der ehemalige Profi-Kicker spielte in seiner 26 Jahre langen Karriere für zwölf verschiedene Vereine, führte dutzende TV-Interviews und legte sich mit der brasilianischen Mafia an. Mittlerweile ist neben einer Biographie sogar ein Film mit dem Titel "Kaiser!" über ihn erschienen.

Das einzige Problem: Er hat auf dem Feld nie einen einzigen Ball gekickt.

Die unglaubliche Geschichte von Carlos Kaiser lest ihr auf den nächsten Seiten.

Kaisers unglaubliche Karriere begann angeblich im Alter von zehn Jahren, als er von einem lokalen Verein bei der brasilianischen Hauptstadt Rio de Janeiro, dem Botafogo FR, unter Vertrag genommen wurde. Die nächste Verpflichtung folgte mit 16, bei den Mexikanern vom Puebla FC. Weitere Vereine, zum Teil weltweit, folgten in seiner Karriere.

Das heißt: sie folgten vermutlich. Denn die meisten Angaben beruhen auf Kaisers eigenen Aussagen. Wir wissen mit Sicherheit, dass er bei den Vereinen Bangu AC und America FC unter Vertrag stand, manch andere Verpflichtung wird von ehemaligen Mitspielern bestätigt. 

Alle seine (vermeintlichen) Engagements währten immer nur kurze Zeit – kein Wunder, wenn man bedenkt, dass er nach eigener Aussage immer überglücklich war, wenn er nicht im Spiel eingesetzt wurde.

Wie hat Kaiser es aber so lange geschafft, die Fußball-Welt an der Nase herumzuführen? Erfahrt mehr auf den nächsten Seiten.

Kaiser täuschte regelmäßig Verletzungen vor, um nicht aufs Spielfeld zu müssen. Er bezahlte sogar Mitspieler, damit sie ihn beim Training so sehr verletzten, dass er nicht eingesetzt werden würde. So betrank er sich nach eigener Aussage auch einmal so heftig vor einem Spiel, dass er in eine Polizeikontrolle geriet und deshalb am nächsten Tag nicht aufs Feld musste.

Da stellt sich direkt die Frage: Wieso hielten seine Team-Kollegen dicht? Das ist eines der Geheimrezepte Kaisers gewesen. Er sorgte häufig hinter den Kulissen dafür, dass seine Mitspieler nach außen hin sauber blieben – bei deren Fehlverhalten wie Schlägereien bei Besäufnissen nahm er die Schuld auf sich. Nach eigener Aussage sorgte er auch für das notwendige Abendprogramm nach den Spielen – von Parties bis Orgien sei alles dabei gewesen.

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Kein Wunder also, dass der Anti-Fußballer als "Der größte Fußballer, der nie Fußball gespielt hat." gilt!

Dabei versteckte er sich keineswegs. Er war mit Journalisten befreundet, die ihm Interviews und eine gute Berichterstattung sicherten. In Meetings soll er mit einem Spielzeugtelefon so getan haben, als lehne er gerade Angebote von hochkarätigen Vereinen ab. Dank befreundeter Ärzte hatte er auch immer die passende Diagnose, meist Zahnprobleme, zur Hand, wenn ein Verein mal zu stark nachbohrte. 

Eine besonders bezeichnende Anekdote: Bei einem Spiel für Bangu wurde er tatsächlich eingesetzt. Und begann, sich mit Fans des Vereins zu prügeln, so dass er vom Platz gehen musste. Dank einer fadenscheinigen Lüge wurde sein Vertrag schließlich sogar noch verlängert. 

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Damit ist es wenig verwunderlich, dass er als der brasilianische Catch me if you can gilt. 

2018 ist nun ein Film über den "Größten Fußballer, der nie Fußball spielte" erschienen. In Kaiser! The Greatest Footballer Never to Play Football, erzählt er selbst von seiner wahnwitzigen Karriere – und wie er sich durch die Welt der Transfers und Vereine schummelte.

Kaiser selbst wirft sich übrigens nichts vor. Immerhin hat er Karriere als ein Profi-Fußballer gemacht, der sogar für die mexikanische Nationalmannschaft kicken sollte. Mit Abstand eine der absurdesten Figuren in der Welt des Fußball.