15 ehemalige Fußball-Profis, die jetzt etwas ganz anderes machen

Der Fußball vereint sie, doch ihre Geschichten nach der Karriere gehen stark auseinander

Historisches Bild eines Fußballspiels

Fußball: die schönste Nebenbeschäftigung der Welt.

Das ist ein wahrer Satz für sehr viele Fans. Für Spieler, Trainer und Vereinsfunktionäre im Profibereich ist der Fußball jedoch keine Nebenbeschäftigung – für sie ist der Fußball die Hauptbeschäftigung. Schließlich müssen die Brötchen irgendwie auf den Tisch kommen.

Was aber tun, wenn die Fußballschuhe an den Nagel gehängt werden und man in Vereinen keinen Job in Aussicht hat? Für viele alternde Profis ist das eine essenzielle Frage, denn die Brötchen wollen auch nach Beendigung der aktiven Karriere auf den Tisch kommen.

Hier stellen wir euch 15 bekannte Ex-Profis vor, die nach ihrer Karriere nicht mehr allzu viel mit dem Ballsport zu tun hatten.

Eike Immel

Ex-Profi Nr. 1: Eike Immel

Der grandiose Torwart, der unter anderem für den BVB, VfB Stuttgart und Manchester City auf dem Platz stand und auch im Kader bei den Weltmeisterschaften 1982 und 1986 dabei war, konnte in der normalen Arbeitswelt nicht wirklich Fuß fassen. Seine Fußballschul-Projekte sind derzeit auf Eis gelegt.

2008 nahm er am Dschungel-Camp teil und wurde dort als Fünftplatzierter von den Zuschauern aus der Show gewählt. Im selben Jahr musste er eine Privatinsolvenz anmelden, da er offenbar einen Konsumreichen Lebensstil verfolgte und seine Finanzen das nicht mehr zuließen. Na ja, wir hoffen, dass der ehemalige Deutschland-Torhüter bald wieder Fuß fassen kann!

Thomas Berthold

Ex-Profi Nr. 2: Thomas Berthold

Berthold wurde im Trikot der Deutschen Nationalmannschaft 1990 Weltmeister. 24 Jahre später und 13 Jahre nach Beendigung seiner aktiven Karriere, sorgte der ehemalige Verteidiger für Furore in den Medien, als er in diesem Werbevideo mit schauspielerisch fragwürdigen Leistungen Kokosnussprodukte anpries.

Vielleicht sollte Herr Berthold lieber bei Themen rund um den Fußball bleiben, was meint ihr?

Nico Patschinski

Ex-Profi Nr. 3: Nico Patschinski

Der Stürmer, der unter anderem für Union Berlin und St. Pauli auf dem Rasen stand (mit dem er auch auf 28 Erstliga-Einsätze kommt), ist schon fast professioneller Berufswechsler: Nach seiner aktiven Karriere war er Angestellter einer Catering-Firma, Paketzusteller, Bestatter, und mittlerweile Busfahrer. 

Das nennen wir mal interdisziplinäre Erfahrung!

Ex-Profi Nr. 4: Erwin Kostedde

Der erste dunkelhäutige Nationalspieler soll am Ende seiner Karriere in den 70ern gesagt haben: 'Ich will nie mehr arbeiten, sondern nur noch am Tresen stehen und saufen'. Nun, diesen Plan scheint er für geraume Zeit sogar durchgezogen zu haben: Er verlor über einen Zeitraum von ungefähr 7 Jahren all sein Erspartes und wurde 1990 verhaftet - Kostedde stand im Verdacht, einen Raubüberfall begangen zu haben.

Jedoch kam letztendlich heraus, dass er völlig zu Unrecht vor Gericht stand und wurde freigesprochen. Trotzdem hat der Fall seine Spuren hinterlassen. Kostedde konnte nie wieder richtig Fuß fassen und lebt heute als 73-jähriger Rentner in Telgte, NRW.

Ex-Profi Nr. 5: Reinhard Libuda

Vielleicht der beste Dribbler, den die Bundesliga je gesehen hat: Reinhard 'Stan' Libuda. International genoss er den Ruf, mit dem Ball an so gut wie jedem Verteidiger vorbeizukommen.

Nach seiner aktiven Karriere konnte Libuda lange keinen Fuß fassen im Berufsalltag. Erst Jahre nachdem er nicht mehr auf dem Platz gestanden hatte, fand er einen Job in einer Papierveredlungsfirma.

Einige Jahre blieb er dort, bis er sich wegen einer bösartigen Krebserkrankung 1992 operieren lassen musste. 4 Jahre nach der OP erlitt Libuda einen tödlichen Schlaganfall. Er wurde nur 52 Jahre alt.

Ex-Profo Nr. 6: Roland Wohlfarth

2 Spiele für Deutschland und sogar Torschützenkönig in der 1. Bundesliga. Roland Wohlfarth ist vielen ein Begriff.

Nur wenige wissen allerdings, dass der Top-Stürmer heute Estrich verlegt: Er arbeitet als Bauleiter in einer Bodenbelags-Firma in Bocholt und lebt dort glücklich mit Frau und Kindern.

Ex-Profi Nr. 7: Norbert Eder

Über 400 Bundesligaspiele für den FC Bayern und den 1. FC Nürnberg; Norbert Eder hatte eine ordentliche Fußballkarriere. Umso lustiger seine Neuorientierung nach der Karriere: der beinharte Abwehrspieler ist seit 1993 stolzer Betreiber eines Blumengeschäfts in Rosenheim.

Ex-Profi Nr. 8: Frank Türr 

Und noch ein ungewöhnlicher Beruf eines Ex-Bundesligisten: Frank Türr (links im Bild) ist mittlerweile Polizist, und zwar bereits seit 2002, nachdem er Mitte der 90er Jahre seine Ausbildung bei der bayerischen Polizei antrat. Hier haben wir also auch mal ein Beispiel eines Profis, der weiß, dass nach der aktiven Karriere noch ein langes Leben auf ihn wartet, für das man einen Job benötigt.

Tom Dooley

Ex-Profi Nr. 9: Tom Dooley

Als US-Bürger ist Dooley einer der wenigen Amerikaner, die schon vor den 2000er Jahren in der 1. Bundesliga spielten. Dooley tat das ziemlich erfolgreich: Deutscher Meister und Pokalsieger mit Kaiserslautern und UEFA-Pokal Sieger mit Schalke. Und was macht der überall auf dem Platz einsetzbare Spieler heute? Er schreibt Sachbücher! Über den Fußball! Das ist doch mal eine wunderbare Verbindung von damaligem Job mit neuen Interessen.

Ex-Profi Nr. 10: Uwe Rahn

Über den Mittelfeldspieler der bei Borussia Mönchengladbach, Köln, Hertha, Düsseldorf und Eintracht Frankfurt auf dem Platz stand und auch für Deutschland auflief, gab es lange Zeit Ungewissheit, was er denn tun würde seitdem er sich aus dem Profi-Fußball verabschiedet hatte. Aus diesem Grund drehte der WDR sogar die Doku: 'Der verschwundene Fußballer des Jahres' (ja, Rahn wurde 187 zu Deutschlands Fußballer des Jahres gekürt) in der rauskommt, dass Rahn erst nach Italien, dann aber wieder zurück nach Deutschland zog.

Was er heute macht: Er ist erfolgreicher Börsenspekulant, der erfolgreich Aktien kauft und verkauft.

Für ihn ist der Fußball eindeutig zur Nebensache geworden: Nach eigener Aussage hat Rahn kein Sky-Abo und geht nur sehr selten ins Stadion.

Tim Wiese in einer Pose, die seine Wrestling-Attitüde vermuten lässt

Ex-Profi Nr. 11: Tim Wiese

Der ehemalige Torhüter, der unter anderem sieben Jahre für Werder Bremen spielte und 2009 sogar den DFB-Pokal gewann, schlug nach seinem Karriereende einen sehr ungewöhnlichen Weg ein. Er begann sich für das Bodybuilding zu interessieren und wurde vom Unternehmen  ,,World Wrestling Entertainment" (WWE) gefragt, ob er als Westler an offiziellen Kämpfen teilnehmen möchte. Er wurde schließlich unter dem Kampfnamen ,,The Mashine" bekannt und erregte damit großes, öffentliches Aufsehen.

Christian Pander, der den Fußball schießt

Ex-Profi Nr. 12: Christian Pander

Der Ex-Schalker, der 2015 seine Karriere offiziell und hauptsächlich aufgrund seiner Verletzungen im linken Knie beendete, sehnte sich nach neuen Herausforderungen. Er studierte zunächst Sportmanagement als Umschulungsmaßnahme und fand seine Leidenschaft in der Coaching-Branche. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner gründete er ,,Kompass Sportmentoring" und arbeitet seitdem als Metal-Trainer. 

15 ehemalige Fußball-Profis, die jetzt etwas ganz anderes machen

Ex-Profi Nr. 13: Johan Micoud

Der heute 46-jährige Micoud spielte vier Jahre für den SV Werder Bremen und war am Double-Gewinn 2004 nicht unwesentlich beteiligt. Der Offensivspieler kehrte jedoch nach seinem Karriereende dem Fußball endgültig den Rücken und zog nach Bordeaux. Dort kaufte er sich ein Weingut und lebt seitdem als erfolgreicher Winzer. Eine einzelne Flasche seines Weinguts kostet zwischen 150 und 175 Euro. 

Carsten Ramelow im DFB Nationaldress

Ex-Profi Nr. 14: Carsten Ramelow

Bereits während seiner aktiven Profikarriere nahm Ramelow 2004 eine eigene CD mit dem Titel ,,Sing when you're winning" auf. Auch wenn das mit der Sing- und Songwriter-Karriere nichts wurde, der gebürtige Berliner kehrte der Musik nicht vollständig den Rücken: Er wurde wenig später Teilhaber und Gesellschafter des Ticketing-Dienstleisters Booking GmbH.

Peter Knowles früher, so um 1965

Ex-Profi Nr. 15: Peter Knowles

Zum Schluss noch eine etwas größere Zeitreise in die Vergangenheit. Peter Knowles galt in den späten 60er-Jahren als ,,Jahrhunderttalent". Eines Tages klopften die Zeugen Jehovas an seine Tür und krempelten sein Leben komplett um. Der damals 22-Jährige beendete abrupt seine Laufbahn bei den Wolverhampton Wanderers und widmete sein Leben von nun an den Zeugen Jehovas.