Die legendärsten Sprüche von Berti Vogts
Berti Vogts prägte als Bundestrainer nicht nur eine Ära auf dem Platz, sondern lieferte jede Menge Sprüche ab, an die sich Fans bis heute erinnern.
Hans-Hubert „Berti“ Vogts gehört zweifellos zu den prägendsten Figuren des deutschen Fußballs. Ob als unerbittlicher Verteidiger mit dem Spitznamen „Terrier“ oder als Bundestrainer, der die DFB-Elf 1996 zum Europameistertitel führte: Seine Verdienste auf dem Platz sind unbestritten. Doch mindestens ebenso legendär wie seine sportlichen Erfolge ist sein Auftreten abseits des Rasens. Vor den Mikrofonen und Kameras der Sportjournalist*innen entwickelte sich Vogts zu einer unfreiwilligen Ikone der deutschen Fußballkultur. Wenn Berti Vogts das Wort ergriff, war Unterhaltung garantiert – selbst wenn er eigentlich nur eine schlichte Taktikfrage beantworten wollte. Wir haben die 15 kultigsten Sprüche des ehemaligen Bundestrainers herausgesucht!
#1 Über Wasser laufen
„Wenn ich über das Wasser laufe, dann sagen meine Kritiker: ‚Nicht mal schwimmen kann der Vogts.‘“
Berti Vogts formulierte diesen Spruch auf einer Pressekonferenz vor der WM 1994 aus Frust über die anhaltende und mitunter unsachliche Kritik der Medien, selbst nach souveränen Siegen der deutschen Mannschaft.
#2 Logik der Extraklasse
„Häßler ist für uns unersetzlich, aber wir haben andere, die ihn ersetzen können.“
Geäußert im Umfeld der Europameisterschaft 1996. Vogts versuchte in einem Medien-Interview, den Ausfall bzw. eventuelle Rotationen um Spielmacher Thomas Häßler herunterzuspielen, verstrickte sich dabei aber in einen logischen Widerspruch.
#3 Die Erfindung von Honkatonka
„Wir spielen nicht gegen Honkatonka, sondern gegen die beste Mannschaft der Welt.“
Tatsächlich nutzte Berti Vogts den Begriff „Honkatonka“ mehrfach als Metapher für vermeintlich kleine, unbekannte Fußballnationen. Der prominenteste und am häufigsten zitierte Ursprung stammt aus dem Oktober 2003, als er schottischer Nationaltrainer war. Später griff er die Vokabel auch während seiner Zeit als Nationaltrainer von Aserbaidschan (u. a. vor Spielen gegen Deutschland) wieder auf, um deutlich zu machen, wo sein Team im Vergleich zur Weltspitze steht.
#4 Die einfachste Taktik der Welt
„Da wir nicht voll auf Niederlage spielen, spielen wir voll auf Sieg.“
Eine geäußerte Floskel, mit der Vogts die offensive Taktik begründen wollte und die aufgrund ihrer Unfreiwilligkeit Kultstatus erlangte.
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#5 Wenn das Feld im Weg steht
„Das Spielfeld war zu lang für Doppelpässe.“
Vogts versuchte nach einem zähen Spiel zu erklären, warum das Offensivspiel seiner Mannschaft über die Flügel oder durch das Zentrum nicht wie gewünscht funktionierte. Beim Versuch, die zu großen Abstände zwischen seinen Spielern zu bemängeln, entstand diese physikalisch unmögliche Begründung.
#6 Die Halbzeitpause
„S** vor dem Spiel? Das können meine Spieler halten wie sie wollen. Nur in der Halbzeit, da geht es nicht.“
Die gelassene und augenzwinkernde Antwort des Bundestrainers auf die im Vorfeld der EM 1996 wiederholt von Boulevardjournalist*innen gestellte Frage nach Intimverboten im Trainingslager.
#7 Beziehungsratschläge vom Bundestrainer
„Hass gehört nicht ins Stadion. Solche Gefühle soll man gemeinsam mit seiner Frau daheim im Wohnzimmer ausleben.“
Im Vorfeld der EM 1992 in Schweden plädierte Vogts öffentlich für Anti-Gewalt-Maßnahmen und Fairness in den Stadien, wählte dabei aber eine unfreiwillig skurrile Ehevaganz als Vergleich.
#8 Der Kanzler-Vergleich
„Vielleicht war es mit mir wie mit Helmut Kohl. Dessen Gesicht haben sie ja auch nicht mehr gewollt.“
Im September 1998 war Berti Vogts nach jahrelanger, teils extrem heftiger Kritik der Medien und Fans von seinem Amt zurückgetreten. Nur wenige Wochen später, im Oktober 1998, endete bei der Bundestagswahl auch die 16-jährige Amtszeit von Bundeskanzler Helmut Kohl.
#9 Lauffaulheit
„Die Kroaten sollen ja auf alles treten, was sich bewegt – da hat unser Mittelfeld ja nichts zu befürchten.“
Es war die Pressekonferenz unmittelbar vor dem geschichtsträchtigen WM-Viertelfinale gegen Kroatien am 4. Juli 1998. Kroatien galt damals als ein Team, das auf dem Platz extrem hart, zweikampfbetont und bis an die Schmerzgrenze agierte. Berti Vogts wollte den Gegner damit psychologisch attackieren und gleichzeitig scherzhaft bemängeln, dass sich das deutsche Mittelfeld in den Spielen zuvor viel zu träge bewegt habe, doch der Spruch ging komplett nach hinten los. Das deutsche Team erwischte einen rabenschwarzen Abend, verlor das Spiel krachend mit 0:3 gegen die Kroaten und flog im Viertelfinale aus dem Turnier.
#10 Die Zehn-Prozent-Rechnung
„Wenn jeder Spieler zehn Prozent von seinem Ego an das Team abgibt, haben wir einen Spieler mehr auf dem Feld.“
Es ist eines der schönsten Beispiele dafür, wie Vogts versuchte, komplexe gruppendynamische Prozesse in einfache (wenn auch mathematisch leicht holprige) Fußballer-Metaphern zu verpacken.
#11 Kühlschränke
„Wenn wir Deutschen tanzen, und nebenan tanzen Brasilianer, dann sieht das bei uns eben aus wie bei Kühlschränken.“
Es war die Zeit, in der in Deutschland intensiv darüber debattiert wurde, warum deutsche Fußballer spielerisch und technisch oft so „hölzern“ und „hüftsteif“ wirkten, während die Brasilianer mit Leichtigkeit und „Samba-Fußball“ verzauberten.
#12 Der Rückwärtsgang
„Die Russen laufen schneller rückwärts als meine Spieler vorwärts!“
Berti Vogts war zu diesem Zeitpunkt Nationaltrainer von Aserbaidschan. Als er bei dem Turnier die furiose russische Nationalmannschaft (die unter Guus Hiddink sensationell das Halbfinale erreichte) spielen sah, verglich er deren enorme Laufbereitschaft frustriert mit dem Zustand seines eigenen Teams in Aserbaidschan
#13 Mentale Siegermentalität
„Diese Siegermentalität wollen wir auch mental rüberbringen.“
Ein klassischer verbaler Verhaspler auf einer DFB-Pressekonferenz vor einem Länderspiel.
#14 Duell der Tabellenersten
„Ich glaube, dass der Tabellenerste jederzeit den Spitzenreiter schlagen kann.“
Legendärer Versprecher in einem TV-Interview bei der Spieltagsanalyse der Fußball-Bundesliga.
#15 Verspätung wegen Rauchverbot
„Der Mario ist noch nicht hier. Der Flug nach Kapstadt war ein Nichtraucherflug. Da konnte er nicht.“
Erklärung von Vogts zum Zuspätkommen des bekanntlich kettenrauchenden Nationalspielers Mario Basler bei einer DFB-Länderspielreise nach Südafrika
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