Was macht eigentlich Adriano Leite Ribeiro heute?

Adriano Leite Ribeiro war Anfang der 2000er einer der besten Spieler. Dann erlebte der Superstar einen schweren Schicksalsschlag. Doch was macht er heute?

Was macht eigentlich Adriano heute?
Quelle: IMAGO / Stellan Danielsson

Adriano Leite Ribeiro war Ende der 90er eines der größten Talente im Weltfußball und Anfang sowie Mitte der 2000er einer der besten Spieler der Welt. Explosivität, Physis, ein unglaublich harter Schuss und eine außerordentliche Technik am Ball machten ihn zu einem kompletten Stürmer. Doch anstatt eine der größten Karrieren im Fußballgeschäft hinzulegen, kam alles ganz anders. Schwere Schicksalsschläge machten dem umjubelten Stürmerstar einen Strich durch die Rechnung und er fiel in ein ganz tiefes Loch. Lange Zeit wurde es wieder ruhig um ihn, doch was macht Adriano eigentlich heute?

Auf den nächsten Seiten erfahrt ihr, was zu seinem tiefen Fall führte und was der Brasilianer heute macht!

Adriano Leite Ribeiro erlebte einen tiefen Fall: Das macht er heute
Quelle: IMAGO / Buzzi

Der Aufstieg

In jungen Jahren machte Adriano bereits in Brasilien von sich reden. So sehr, dass der italienische Top-Klub Inter Mailand auf den jungen Brasilianer aufmerksam wurde und schlussendlich 26,5 Millionen D-Mark bzw. umgerechnet ca. 13 Millionen Euro in die Hand nahm, um das Top-Talent unter Vertrag nehmen zu können. Doch da er sich zunächst schwer tat, sich gegen die hochkarätige Konkurrenz durchzusetzen, verliehen ihn die Nerazzurri zunächst an den Ligakonkurrenten AC Florenz, wo er direkt mit starken Leistungen überzeugen konnte. Seine Anlagen waren so vielversprechend, dass viele bereits ahnten, dass der designierte Nachfolger von Ronaldo dabei war, seine Karriere zu beginnen.

Beim AC Parma bildete Adriano mit Mutu ein kongeniales Sturmduo
Quelle: IMAGO / Uwe Kraft

Der Durchbruch

Mit seinen Leistungen in Florenz konnte Adriano sich bei vielen Klubs in die Notizbücher spielen. Denn Inter Mailand plante weiterhin nicht mit dem Brasilianer, was auch daran lag, dass die Mailänder mit Stars wie Christian Vieri, Hernan Crespo (der den zu Real Madrid abgewanderten Ronaldo ersetzen sollte), Nicola Ventola und Alvaro Recoba hochkarätig besetzt waren. Beim AC Parma, der seither gut in der Entwicklung junger Spieler war, konnte Adriano mit dem Rumänen Adrian Mutu ein kongeniales Sturmduo bilden. Mit seiner brachialen Spielweise, seiner physischen Überlegenheit und seiner brillanten Technik konnte Adriano seinen Ruf als eines der größten Talente im Weltfußball weiter festigen.

Adriano spielte bei Inter Mailand zeitweise herausragend
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Ganz oben

Nach eineinhalb überragenden Jahren beim AC Parma kehrte Adriano dann erneut zu Inter Mailand zurück. Und auch dort sollte sein rasanter Aufstieg zunächst keineswegs an Schwung verlieren, schließlich traf er auch bei Inter Mailand zunächst weiter wie am Fließband. Auch in der Spitzenklasse des Fußballs, in der UEFA Champions League konnte er sich bei Inter Mailand mit vielen Toren und starken Leistungen direkt in den Fokus spielen. Er konnte schnell Stürmerstar Christian Vieri den Rang bei den Nerazzurri ablaufen und erhielt zudem von den Inter-Fans sogar den Spitznamen „L’Imperatore", was zu deutsch übersetzt so viel wie „der Herrscher" bedeutet.

Adriano wurde 2005 Welttorjäger
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Welttorjäger und Tormaschine

Besonders das Jahr 2005 war der Höhepunkt in Adrianos Karriere in der brasilianischen Nationalmannschaft. Mit Brasilien gewann er den Confederations Cup, wurde Torschützenkönig und zudem als der beste Spieler des Turniers ausgezeichnet. Außerdem ergatterte er sich den Titel als Welttorjäger, wo er sich gegen Spieler wie Raul, Ruud van Nistelrooy oder Thierry Henry durchsetzen konnte. Für Inter Mailand war das Jahr 2005 hingegen weniger erfolgreich, da er in der Liga eine längere Torflaute erlebte, die sich erst zum Jahresende wieder löste.

Doch das darauffolgende Jahr sollte eine tiefe Zäsur in Adrianos Leben bedeuten, woraufhin auch seine Karriere als Fußballprofi ins Straucheln geriet ...

Der Tod seines Vaters im Jahr 2006 war ein schwerer Schicksalsschlag für Adriano
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Der Schicksalsschlag

Im Jahr 2006 starb dann unvermittelt Adrianos Vater, wodurch Adriano in ein tiefes Loch fiel. Dass er sowohl bei Inter Mailand als auch der brasilianischen Nationalmannschaft infolge schwacher Leistungen seinen Stammplatz verlor, traf ihn zusätzlich. Adriano fühlte sich im Stich gelassen und auch sein damaliger Trainer bei Inter Mailand Roberto Mancini ignorierte ihn zunehmend. Nachdem Adriano sich in den Alkohol geflüchtet und dadurch deutlich an Gewicht zugelegt hatte, entschloss sich Inter Mailand dazu, Adriano in seine brasilianische Heimat zu verleihen, in der Hoffnung, er könnte dort zu alter Stärke zurückfinden. Im Januar 2008 wechselte er dann auf Leihbasis zum brasilianischen Spitzenklub FC Sao Paulo.

Viele von Adrianos Comebacks scheiterten
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Von Comeback zu Comeback

Doch auch die Rückkehr in die brasilianische Heimat kann die Abwärtsspirale in Adrianos Karriere nur bedingt verhindern. Nach seiner Leihe und der Rückkehr nach Italien misslingt sein Comeback. Adriano kann nicht an seine alten Leistungen anknüpfen. Bei Inter Mailand sollte zur nächsten Saison José Mourinho übernehmen, der mit Adriano plante. Allerdings ließ dieser im Sommer verlauten, er wolle nicht nach Brasilien zurückkehren, da er die Lust am Fußball spielen verloren habe. So wechselte er zu Flamengo Rio de Janeiro, wo er seine Karriere begann. Dort konnte er zwar wieder regelmäßig Tore erzielen, allerdings blieb ein bitterer Beigeschmack, da jeder Zuschauer sah, dass Adriano vom qualitativen Niveau eigentlich zu gut für diese Liga war, physisch zugleich aber weiterhin nicht auf der Höhe. 

2016 beendete Adriano Leite Ribeiro endgültig seine Karriere
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Letzter Versuch in Europa und Karriereende

2010 folgte dann Adrianos letzter Versuch in Europa – wieder in Italien. Diesmal heuerte er beim Spitzenklub AS Rom an. Doch sein Comeback geriet dieses Mal zum Debakel. Er war überhaupt nicht mehr in Form und konnte mit dem Fußball in Europas Top-Ligen schlicht und ergreifend nicht mehr Schritt halten. Nach kurzer Zeit wurde die Reißleine gezogen und er kehrte erneut nach Brasilien zurück. Es kamen nur noch zwei Handvoll Ligaspiele in Brasilien dazu. Adriano war damals gerade einmal 29 Jahre alt, als er AS Rom verließ. Nach kürzeren Stationen, zwischen denen er immer wieder vereinslos war, folgte dann 2016 das endgültige Karriereende.

Das wurde aus dem ehemaligen Top-Stürmer Adriano Leite Ribeiro
Quelle: IMAGO / LaPresse

Der endgültige Fall des Imperators

Nach dem Ende seiner Karriere gab es immer wieder negative Schlagzeilen, die sich bereits zum Ende seiner Karriere in unregelmäßigen Abständen häuften. Neben den fortdauernden Alkoholproblemen wurde dabei immer wieder von Verbindungen ins kriminelle Milieu berichtet. Deshalb war er in Brasilien zwischenzeitlich sogar angeklagt. Zudem berichtete die britische Boulevardzeitung The Sun im März 2021, Adriano habe sein teures Anwesen in Brasilien für 1,2 Millionen Dollar verkauft und würde dafür nun in einem Luxushotel wohnen. Passend dazu soll er weiter einen ausschweifenden Lebensstil pflegen.

Doch zuletzt konnte er auch wieder mit positiven Meldungen auf sich aufmerksam machen ...

Was macht Adriano Leite Ribeiro eigentlich heute?
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Eine neue Karriere?

Der Brasilianer ließ nämlich verlauten, er würde gerne eine neue Karriere beginnen – und zwar als Schauspieler. Zudem soll er seinen ausschweifenden Lebensstil etwas zurückgeschraubt haben und lässt es inzwischen wohl etwas ruhiger angehen. 

Des Weiteren folgte zum Ende der Saison 2021/22 auch noch einmal eine große Rückkehr. Adriano wurde nämlich zum letzten Heimspiel Inter Mailands geladen und als Legende geehrt. Adriano war davon sichtlich gerührt und sagte dazu: „Als ich den Platz betrat, kamen mir so viele Gedanken in den Sinn, Erinnerungen an das, was ich bei Inter als Fußballer erreicht habe und wie mich das alles als Person geprägt hat. Der Empfang, den man mir hier bereitet hat, war großartig, das weiß ich wirklich zu schätzen." 

Außerdem sagte er über diesen Moment: „Ich habe so viele Erinnerungen an dieses Stadion und nachdem ich viele Jahre im Verein verbracht habe, ist es eine wahre Freude, wieder hier zu sein."

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