Die Bundesliga-Trainer mit den kürzesten Amtszeiten:

Das ging schneller als gedacht!

Die Bundesliga-Trainer mit den kürzesten Amtszeiten:

Mit Herbert Widmayer fing alles an. Der Trainer des 1. FC Nürnberg war am 30.10.1963 der allererste Bundesligatrainer, der seinen Job verlor – und die höchste deutsche Spielklasse hatte im gefeierten Premierensaison auch eine unschöne Premiere.

Fans verbrannten ihre Fahnen und Widmayer wurde nach einer 0:5–Heimniederlage gegen Kaiserslautern beim Verlassen der Kabine bespuckt, so wird berichtet. Die Erfolge der Zeit davor – 1961 wurde der FCN unter Widmayer noch deutscher Meister – waren nichts mehr wert. 

Die kommenden Jahrzehnte zeigten:  Widmayer blieb kein Einzelfall. So wie ihm erging es unzähligen anderen Trainerkollegen. Am Ende steht fast immer die Entlassung. Und bei einigen kam diese unerwartet früh – im Rekordtempo sogar.

Hier die Top 10 der schnellsten Trainerentlassungen der Bundesligageschichte:

Die Bundesliga-Trainer mit den kürzesten Amtszeiten:
Quelle: Imago

#10 Erik ten Hag (Bayer Leverkusen)

Amtszeit: 01.07.2025 – 01.09.2025 (62 Tage)

Spiele: 2 Bundesliga-Spiele (0 Siege, 1 Remis, 1 Niederlage)

Erwartung: Nach einem massiven Kaderumbruch im Sommer 2025 wurde Erik ten Hag (56) als Nachfolger von Meistertrainer Xabi Alonso präsentiert. Die Erwartungshaltung nach der erfolgreichen Vorsaison (Meisterschaft und DFB-Pokalsieg) war groß. Der Niederländer kam mit der Erfahrung aus Top–Clubs wie Manchester United und Ajax Amsterdam, und sollte die „Werkself" neu auszurichten.

Grund der Entlassung: Leverkusens Sportchef Simon Rolfes räumte später ein, dass das Vertrauensverhältnis schon vor dem ersten Spieltag erschüttert war. Nach dem Fehlstart zog man die Reißleine, um ein Missverständnis zu beenden, das sich bereits in der Saisonvorbereitung abgezeichnet hatte.

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#9 Jens Keller (VfB Stuttgart)

Amtszeit: 14.10.2010 – 11.12.2010 (58 Tage)

Spiele: 13 Pflichtspiele (5 Siege, 3 Remis, 5 Niederlagen)

Erwartung: Nach der Entlassung von Christian Gross wurde der bisherige Co-Trainer Jens Keller (55) zum Chef befördert, um die Mannschaft aus dem Tabellenkeller zu führen. Man vertraute darauf, dass er durch seine Nähe zum Team die richtigen Hebel für eine schnelle Besserung finden würde.

Grund der Entlassung: Zwar gab es Erfolge im Pokal und in der Europa League, doch in der Bundesliga blieb die notwendige Punkteausbeute deutlich hinter den Erwartungen zurück. Eine 1:2-Niederlage gegen Hannover 96 gab schließlich den Ausschlag für seine Freistellung. 

sss
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#8 Dieter Renner (1. FC Nürnberg)

Amtszeit: 10.11.1993 – 02.01.1994 (53 Tage)

Spiele: 5 Bundesliga-Spiele (1 Sieg, 1 Remis, 3 Niederlagen)

Erwartung: Dieter Renner (†) wurde mitten in der Saison verpflichtet, um den strauchelnden „Club“ in der Bundesliga wieder in die Erfolgsspur zu führen. Der Vorstand erhoffte sich von dem erfahrenen Fachmann eine taktische Neuausrichtung und eine stabilere Defensive.

Grund der Entlassung: Da die Mannschaft auch unter ihm nur einen Sieg einfahren konnte, blieb die erhoffte Kehrtwende in der Tabelle aus. Um zum Rückrundenstart noch einmal neue Energie freizusetzen, entschied sich der Verein kurz nach dem Jahreswechsel 1994 für einen weiteren Trainerwechsel. 

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#7 Bernd Hollerbach (Hamburger SV)

Amtszeit: 22.01.2018 – 12.03.2018 (49 Tage)

Spiele: 7 (0 Siege, 3 Remis, 4 Niederlagen)

Erwartung: Bernd Hollerbach (56) sollte als „harter Hund" den Bundesliga-Dino retten. Dem Ex–HSV–Profi trauten die Vereinsverantwortlichen zu, den Klub aus der sportlichen Krise zu führen. Im Januar 2018 stand der HSV abgeschlagen auf dem 17. Tabellenplatz. Der erste Abstieg der Bundesligageschichte drohte.

Grund der Entlassung: In sieben Spielen gelang kein einziger Sieg. Stattdessen eine deutliche 0:6–Klatsche in München – Hollerbachs letztes Spiel als Cheftrainer. Er wurde durch Christian Titz ersetzt, der den Abstieg jedoch auch nicht mehr verhindern konnte. Nach 55 Jahren ununterbrochener Bundesliga–Zugehörigkeit folgte der erstmalige Gang in die 2. Liga.

Hollerbach sagte später: „Ich hätte es mir einfacher vorgestellt, die Köpfe der Spieler zu erreichen."

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#6 Michael Skibbe (Hertha BSC)

Amtszeit: 27.12.2011 – 12.02.2012 (47 Tage)

Spiele: 5 (5 Niederlagen in der Bundesliga, zudem das Aus im DFB–Pokal)

Erwartung: Hertha BSC bezahlte 250.000 Euro Ablöse an den türkischen Erstligisten Eskişehirspor. Michael Skibbe (60) sollte die Berliner spielerisch weiterentwickeln und stabilisieren, nachdem sich der Verein vom bisherigen Trainer Markus Babbel wegen heftiger Differenzen getrennt hatte.

Grund der Entlassung: Es lief nicht so wie erhofft. Die katastrophale Bilanz von null Punkten aus fünf Ligaspielen - dazu das Aus im DFB–Pokal. Nach einer 0:5–Niederlage gegen den VfB Stuttgart war Skibbe in Berlin nicht mehr tragbar.

Hertha–Manager Michael Preetz sagte trocken: „Wir müssen die nackten Ergebnisse bewerten."

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#5 Jürgen Sundermann (VfB Leipzig)

Amtszeit: 22.02.1994 – 09.04.1994 (46 Tage)

Spiele: 6 (0 Siege, 1 Remis, 5 Niederlagen)

Erwartung: Der als „Wundermann" bekannte Jürgen Sundermann (†) sollte dem Bundesliga-Neuling Leipzig den Klassenerhalt sichern. Die Lage war bereits desolat. Der VfB stand nach 22. Spieltagen auf dem letzten Tabellenplatz. Sundermann sollte das „Wunder" vollbringen.

Grund der Entlassung: Ohne einen einzigen Sieg in sechs Spielen war der Effekt schnell verpufft. Sundermann scheiterte kläglich an der Mission Klassenerhalt, und der Verein zog die Reißleine. Am Ende stieg der VfB Leipzig sang– und klanglos aus der Bundesliga ab. Es sollte die erste und letzte Bundesligasaison der Leipziger bleiben.

sss
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#4 Friedel Rausch (Eintracht Frankfurt)

Amtszeit: 03.04.2001 – 19.05.2001 (46 Tage)

Spiele: 6 (1 Sieg, 1 Remis, 4 Niederlagen)

Erwartung: Friedel Rausch (†) war ein erfahrener "Feuerwehrmann" und wurde in einer Blitzaktion verpflichtet, um die Eintracht vor dem Abstieg zu retten. Nachdem Frankfurt bereits 1999 und 2000 nur knapp die Klasse halten konnten, hofften die Hessen auf das „dritte Wunder am Main“.

Grund der Entlassung: Das Wunder stellte sich nicht ein. Unter Rausch rauschte die Eintracht ab auf einen Abstiegsplatz. Als am 33. Spieltag, nach einer 1:2–Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart, der Abstieg feststand, trennte sich der Verein von seinem Cheftrainer.

sss
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#3 Alfred Baumann (Werder Bremen)

Amtszeit: 20.09.1979 – 27.10.1979 (37 Tage)

Spiele: 5 (1 Sieg, 4 Niederlagen)

Erwartung: Alfred Baumann (†) wurde intern vom Amateurtrainer zum Profichef befördert, um die Nachfolge des glücklosen Wolfgang Weber anzutreten. Baumann sollte mit Stallgeruch und harter Arbeit den drohenden Abstieg aus der Bundesliga abwenden.

Grund der Entlassung: Eine verheerende Niederlagenserie ließ den Verein auf den letzten Tabellenplatz abrutschen und raubte der Werder–Führung jegliches Vertrauen. Letztlich wurde seine mangelnde Erfahrung im Profibereich als Hauptgrund für das Scheitern und die schnelle Entlassung angeführt. Werder Bremen stieg am Ende der Saison zum ersten Mal in die 2. Liga ab.

Die Bundesliga-Trainer mit den kürzesten Amtszeiten:

#2 Willi Multhaup (Werder Bremen)

Amtszeit: 27.09.1971 – 24.10.1971 (27 Tage)

Spiele: 1 Sieg, 5 Niederlagen (inkl. Pflichtspiele)

Erwartung: Willi Multhaup (†) war eine Trainer-Legende (Meister mit Bremen 1965). Er wurde aus dem Ruhestand reaktiviert, um Werder vor dem Abstieg zu bewahren. Werder hoffte, dass Multhaups hohes Ansehen im Verein sofortige Ruhe und Erfolg bringen würde.

Grund der Entlassung: Nach drei Niederlagen in Folge sah der Verein das rettende Ufer schwinden. Multhaup merkte selbst, dass ihm der Zugriff fehlte, und man trennte sich einvernehmlich. 

Die Bundesliga-Trainer mit den kürzesten Amtszeiten:

#1 Robert Körner (1. FC Nürnberg)

Amtszeit: 25.03.1969 – 12.04.1969 (18 Tage)

Spiele: 3 (2 Remis, 1 Niederlage)

Erwartung: Robert Körner (†) war zuvor Co-Trainer unter Max Merkel beim FCN. Nach dessen Entlassung sollte er als "Kenner der Mannschaft" den amtierenden Meister vor dem völlig überraschenden Abstieg retten.

Grund der Entlassung: Die sportliche Wende blieb aus. Der Club-Vorstand geriet in Panik und entließ Körner nach nur 18 Tagen, um mit Kuno Klötzer noch einmal einen externen Impuls zu setzen. Die Saison 1968/69 endet mit einer einmaligen Kuriosität: 
der 1. FC Nürnberg steigt als amtierender Meister ab. Ebenso wie die Blitz-Entlassung von Körner ist dies ein einmaliger Rekord in der Bundesliga-Geschichte.