WM 2026: Das sind die radikalen neuen Regeln auf und neben dem Platz
Umstellung für die DFB-Stars: Die Fifa führt zur WM 2026 drastische Regeländerungen ein. Wir zeigen dir, was sich ändert.
2026 ist die größte WM aller Zeiten: 48 Teams, drei Gastgeberländer und 104 Spiele. Doch bevor die Nationalmannschaften im Sommer den Rasen betreten, stand für die Profis erst einmal eine ziemlich heftige Theorie-Stunde auf dem Programm. Die Fifa hat nämlich ein paar radikale neue Regeln beschlossen. Das Ziel: Das Spiel soll schneller werden und unfaire Tricks sollen endlich von der Bildfläche verschwinden. Für uns Fans und die Spieler bedeutet das eine riesige Umstellung.
#1 Die neue Hymnen-Zeremonie
Das gewohnte Bild vor dem Anpfiff ist ab sofort Geschichte. Bisher stellten sich immer nur die elf Startspieler für die Nationalhymnen auf, während der Rest der Truppe auf der Bank saß. Damit ist jetzt Schluss. Die Fifa hat festgelegt, dass sich künftig alle 26 nominierten Profis des Kaders auf dem Rasen versammeln müssen. Und sie stehen dabei auch nicht mehr steif nebeneinander, sondern bilden einen großen Kreis um das Banner im Mittelkreis. Der Weltverband will so erreichen, dass wirklich jeder Spieler diesen Gänsehaut-Moment miterleben darf, selbst wenn er im gesamten Turnier vielleicht keine einzige Minute zum Einsatz kommt.
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#2 Pyro-Show vor dem Anpfiff
Die neue Kreis-Formation der 26 Spieler im Mittelkreis ist aber nur der Anfang der neuen Pre-Match-Show. Während die Mannschaften beim Einlaufen wie gewohnt von Kindern begleitet werden, will die Fifa den emotionalen Rahmen vor dem Anstoß noch einmal ordentlich aufpusten. Geplant ist, die Zeremonie im weiteren Verlauf des Turniers um Show-Elemente wie farbigen Rauch und Pyrotechnik zu erweitern. Erst wenn das Spektakel vorbei ist, es zum Handshake der Kapitäne kommt und das offizielle Mannschaftsfoto ansteht, müssen die Ersatzspieler den Platz räumen. Diese Momente bleiben der Startelf vorbehalten.
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#3 Limit bei Auswechslungen
Eine der drastischsten Änderungen betrifft das ewige Zeitspiel bei Auswechslungen. Wer kennt es nicht: Die Führung soll über die Zeit gerettet werden, und der ausgewechselte Spieler schleicht im Schneckentempo vom Platz. Damit ist jetzt Schluss. Sobald die Anzeigetafel aufleuchtet, hat der Profi exakt zehn Sekunden Zeit, um den Rasen zu verlassen. Schafft er das nicht, hat das direkte Konsequenzen: Der eingewechselte Kollege darf nicht sofort drauf, sondern muss bis zur nächsten Spielunterbrechung nach Ablauf einer Minute draußen warten. Das Team spielt so lange zu zehnt.
#4 Die Ein-Minuten-Sperre bei Verletzungen
Auch bei Behandlungspausen greift die Fifa ab sofort rigoros durch, um den Spielfluss zu retten. Wenn sich ein Spieler auf dem Feld behandeln lässt, muss er danach das Feld verlassen und darf erst nach Ablauf einer vollen Minute wieder mitspielen. Auch hier gilt: Die Mannschaft muss diese sechzig Sekunden in Unterzahl überstehen. Damit es fair bleibt, gibt es zwei wichtige Ausnahmen: Diese „Zeitstrafe“ gilt logischerweise nicht für Torhüter und sie greift auch dann nicht, wenn der Behandlung ein Foul vorausging, für das der Schiedsrichter eine Gelbe oder Rote Karte gezückt hat.
#5 Die Fünf-Sekunden-Regel für Torhüter
Nicht nur die Feldspieler müssen sich sputen, auch auf die Torhüter wartet eine knifflige Neuerung. Um das Spiel schneller zu machen, gilt ab sofort eine strikte Fünf-Sekunden-Regel bei Abschlägen und Abwürfen. Sobald der Keeper den Ball sicher in den Händen hält, startet der Unparteiische nach eigenem Ermessen einen sichtbaren Countdown. Verlässt der Ball nicht schnell genug die Hand des Torwarts, greift der Schiedsrichter durch. Die Strafe ist richtig bitter: Der Gegner bekommt in diesem Fall einen Eckball zugesprochen.
Rot für verdeckte Absprachen am Mund
Eine der kuriosesten neuen Regeln betrifft das Verhalten bei Diskussionen auf dem Platz. Wer sich künftig bei einer aggressiven Auseinandersetzung den Mund mit der Hand oder dem Trikot verdeckt, um Lippenlesen zu verhindern, fliegt glatt mit Rot vom Platz. Die Fifa reagiert damit auf Vorfälle, bei denen Spieler auf diese Weise rassistische oder schwere Beleidigungen verborgen haben. Wichtig: Freundschaftliche Gespräche, beispielsweise ein kurzer Taktik-Check zwischen zwei Mitspielern, sind davon natürlich nicht betroffen. Es geht rein um konfrontative Situationen.
#6 Auch Trainern droht bei Boykott-Aufrufen die Rote Karte
Die Fifa zieht auch bei kollektiven Protesten eine ganz klare Grenze. Sollte eine Mannschaft aus Protest gegen Schiedsrichterentscheidungen geschlossen das Spielfeld verlassen – wie es in der Vergangenheit leider vorkam –, zücken die Unparteiischen künftig konsequent die Rote Karte. Das gilt nicht nur für die Spieler auf dem Rasen. Auch Trainer und Offizielle auf der Bank, die ihre Mannschaft vom Spielfeldrand aus dazu ermutigen oder anstiften, das Feld zu verlassen, werden ab sofort sofort mit Rot des Innenraums verwiesen.
#7 Der VAR darf jetzt auch bei Gelb-Rot eingreifen
Auch der Videoschiedsrichter (VAR) bekommt bei den 104 WM-Partien neue Kompetenzen. Bisher durfte der VAR bei Gelben Karten überhaupt nicht mitreden. Das ändert sich jetzt zumindest teilweise: Droht einem Spieler ein Platzverweis durch eine Gelb-Rote Karte, darf die Korrektheit der zweiten Gelben Karte per Videobeweis überprüft werden. Zudem schreitet der VAR künftig ein, wenn der Schiedsrichter den falschen Spieler bestraft hat. Auch bei klaren Offensivfouls unmittelbar vor der Ausführung eines ruhenden Balls, die zu einem Tor führen, darf der VAR eingreifen.
#8 Das strikte Verbot von Trinkflaschen
Für die Fans in den Stadien gibt es dagegen eine ziemlich bittere Pille zu schlucken. Trotz erwarteter Temperaturen von weit über 30 Grad hat die Fifa klargestellt, dass das Mitbringen von eigenen Wasserflaschen strengstens verboten ist. Das gilt ausdrücklich auch für leere, wiederverwendbare Plastikflaschen. Der Weltverband begründet den Schritt mit Sicherheitsrisiken, da Flaschen als Wurfgeschosse genutzt werden könnten. Die Zuschauer*innen sind somit komplett auf die Getränke im Stadion angewiesen, wo eine Flasche Wasser in der Vergangenheit oft zwischen vier und sechs US-Dollar gekostet hat.
#9 Verpflichtende Trinkpausen für alle Teams
Da Expert*innen bereits vor gesundheitlichen Risiken durch die extreme Hitze warnen, hat die Fifa zumindest für die Akteure auf dem Rasen eine feste Gegenmaßnahme beschlossen. Bei wirklich allen 104 WM-Partien wird es pro Halbzeit nach rund 22 gespielten Minuten eine verpflichtende, dreiminütige Trinkpause geben. Diese Regelung greift völlig unabhängig vom jeweiligen Austragungsort und den tatsächlichen klimatischen Bedingungen im Stadion, damit die Profis bei den intensiven Partien ausreichend hydriert bleiben und niemand kollabiert.
