Die schlimmsten WM-Fouls & Skandale aller Zeiten!
Diese Fouls haben Fußballgeschichte geschrieben. Harte Tritte, miese Tricks und echte Aussetzer: Hier sind die heftigsten Szenen der WM-Geschichte:
Fußball ist kein Ballett, das ist klar. Ein hartes Foul oder eine taktische Grätsche gehören leider oft dazu, um ein Gegentor zu verhindern. Aber bei einer WM geht es um alles und da übertreiben es manche Spieler völlig. Wir haben uns die Szenen angeschaut, die Fußball-Fans weltweit geschockt haben.
#10 Zúñigas brutaler Rammstoß gegen Neymar
Die WM 2014 im eigenen Land war für die Brasilianer ohnehin ein emotionales Auf und Ab, das im 1:7-Debakel gegen Deutschland endete. Doch der Schock für die Nation begann schon im Viertelfinale gegen Kolumbien. In der 87. Minute rammte Juan Zúñiga dem brasilianischen Superstar Neymar mit voller Wucht das Knie in den unteren Rücken. Neymar sackte sofort zusammen und musste unter Tränen vom Feld getragen werden. Die Diagnose war ein Schock: Lendenwirbelbruch. Der Hoffnungsträger war für den Rest des Turniers raus. Ohne ihren besten Offensivmann wirkte die Seleção im Halbfinale völlig orientierungslos und zerbrach am Druck.
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#9 Die Beiß-Attacke von Luis Suárez
Luis Suárez ist zweifellos ein Weltklasse-Stürmer, doch seine Karriere hatte auch schon den ein oder anderen Aussetzer. Bei der WM 2014 in Brasilien lieferte er den wohl skurrilsten Moment der Turniergeschichte. Mitten im entscheidenden Gruppenspiel gegen Italien biss er seinem Gegenspieler Giorgio Chiellini völlig unvermittelt hinterrücks in die Schulter. Während der Schiedsrichter die Bissspuren auf dem Platz ignorierte und keine Karte zeigte, war der Vorfall dank der TV-Kameras weltweit sofort Thema Nummer eins. Die FIFA reagierte nach dem Spiel knallhart und sperrte Suárez für vier Monate komplett.
#8 Tassottis Ellenbogen gegen Spanien
Im Viertelfinale der Weltmeisterschaft 1994 wurde es zwischen Italien und Spanien extrem hitzig. Der Italiener Mauro Tassotti leistete sich dabei eine Aktion, die heute wohl lebenslange Sperren nach sich ziehen würde. Er verpasste Luis Enrique im Strafraum einen so heftigen Ellenbogen, dass diesem direkt das Nasenbein brach. Enrique blutete heftig und schrie vor Wut, doch der Schiedsrichter hatte die Szene komplett übersehen und gab nicht einmal einen Elfmeter. Gerechtigkeit gab es erst nach dem Schlusspfiff: Dank der Fernsehbilder wurde Tassotti nachträglich für acht Spiele gesperrt. Für den Italiener bedeutete dieser Ausraster praktisch das Ende seiner Karriere in der Nationalmannschaft.
#7 Die Spuck-Attacke gegen Rudi Völler
Duelle zwischen Deutschland und den Niederlanden sind immer hochemotional, aber im Achtelfinale 1990 in Mailand wurde es richtig eklig. Frank Rijkaard und Rudi Völler gerieten nach einem Foul aneinander, woraufhin der Niederländer dem Deutschen mitten ins lockige Haar spuckte. Kurz darauf krachte es im Strafraum erneut, und Rijkaard spuckte ein zweites Mal. Das Unfassbare: Der Schiedsrichter schickte beide mit Rot vom Platz, obwohl Rudi Völler eigentlich das „Opfer“ der Attacke war. Die Bilder des fassungslosen Völler gingen um die Welt. Jahre später versöhnten sich die beiden für einen Werbespot.
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#6 Toni Schumachers Ramm-Attacke
Das Halbfinale 1982 zwischen Deutschland und Frankreich wird ewig wegen einer Szene in Erinnerung bleiben, die fast wirklich tragisch endete. Der deutsche Torwart Toni Schumacher stürmte aus seinem Kasten und rammte den heraneilenden Patrick Battiston mit vollem Tempo und der Hüfte voran um. Battiston blieb bewusstlos auf dem Rasen liegen, verlor zwei Zähne und erlitt einen Halswirbelschaden. Während die Zuschauer*innen schockiert waren und teilweise sogar dachten, der Spieler sei tot, stand Schumacher ungerührt an seinem Tor und wartete auf den Abstoß. Der Schiedsrichter gab nicht mal ein Foul. Nach dem Spiel sorgte Schumacher mit einem Kommentar für noch mehr Wut in Frankreich: „Ich stecke ein und teile aus. Wenn es nur die Jacketkronen sind – die bezahle ich ihm gerne“, erklärte er damals direkt nach dem Spiel.
#5 Zidanes Kopfstoß im Finale
Es sollte die Krönung einer glorreichen Karriere werden, doch das WM-Finale 2006 endete für Zinédine Zidane in einem Desaster. In der 109. Minute der Verlängerung gegen Italien verlor der französische Spielmacher plötzlich die Nerven. Nach einer verbalen Provokation durch Marco Materazzi drehte sich Zidane um und verpasste dem Italiener einen harten Kopfstoß direkt gegen das Brustbein. Materazzi sackte wie vom Blitz getroffen zusammen. Der Schiedsrichter zeigte Zidane sofort die Rote Karte: ein trauriger Abgang für einen der größten Fußballer aller Zeiten. Frankreich verlor das Endspiel im Elfmeterschießen.
#4 De Jongs Tritt in die Brust
Das Finale 2010 zwischen den Niederlanden und Spanien war ein harter Kampf mit vielen Fouls. Doch den Vogel schoss Nigel de Jong ab, der in der ersten Halbzeit zu einer Aktion ansetzte, die eher in einen Karate-Ring gepasst hätte. Er sprang Xabi Alonso mit gestrecktem Bein und voller Wucht direkt in den Brustkorb. Alonso krümmte sich vor Schmerzen, doch Schiedsrichter Howard Webb zeigte zur Überraschung aller Beteiligten nur die Gelbe Karte. Webb gab später zu, dass er die Schwere des Fouls auf dem Platz falsch eingeschätzt hatte und Rot die einzige richtige Entscheidung gewesen wäre. Spanien gewann die Partie glücklicherweise trotzdem noch.
#3 Maradonas Frust-Tritt gegen Brasilien
Diego Maradona war 1982 in Spanien der große Hoffnungsträger Argentiniens, doch das Turnier endete für ihn mit einem riesigen Eklat. In der Zwischenrunde gegen den Erzrivalen Brasilien lief für die Argentinier überhaupt nichts zusammen. Gefrustet von der drohenden Niederlage verlor Maradona kurz vor Schluss komplett die Beherrschung. Er trat seinem Gegenspieler Batista mit voller Absicht und gestrecktem Bein in die Magengegend. Der Schiedsrichter stand direkt daneben und zückte sofort Rot. Argentinien schied aus, und Maradona musste sich jahrelang Kritik für diesen unsportlichen Abgang anhören.
#2 Der Foul-Marathon gegen Kamerun
Bei der WM 1990 sorgte Kamerun für eine Riesensensation, als sie den Weltmeister Argentinien im Eröffnungsspiel besiegten. Doch dieser Sieg war das Ergebnis von extrem harter körperlicher Arbeit. In der Schlussphase setzte der flinke Claudio Caniggia zu einer gefährlichen Aktion an und ließ gleich zwei Gegenspieler stehen, die versuchten, ihn mit kleinen Tritten zu stoppen. Als er fast durch war, kam Benjamin Massing angeflogen und warf Caniggia so brutal um, dass er bei der Aktion sogar seinen eigenen Schuh verlor. Massing sah sofort die Rote Karte, doch sein Plan ging auf: Der Angriff war gestoppt und Kamerun rettete das 1:0 über die Zeit.
#1 Die Schlacht von Santiago
Das Spiel zwischen Chile und Italien bei der WM 1962 wird heute nur noch als „Schlacht von Santiago“ bezeichnet. Aufgrund provokanter Berichte in der italienischen Presse war die Stimmung so aufgeheizt, dass es schon nach wenigen Sekunden krachte. Es folgten 90 Minuten voller Faustschläge, Tritte und sogar ein Nasenbeinbruch durch einen linken Haken. Die Polizei musste mehrfach auf den Platz stürmen, um Spieler voneinander zu trennen. Da es damals noch keine Gelben oder Roten Karten gab, war der Schiedsrichter völlig machtlos. Dieses Spiel war so schockierend, dass die FIFA danach die Einführung des Kartensystems beschloss, um Schiedsrichtern endlich ein Werkzeug gegen solche Gewalt zu geben.
