Die größten Ausraster im Profi-Fußball

Da war der Ball plötzlich nur noch Nebensache

Der 9. Juli 2006 ist ein Tag, der nicht nur Fußballfans im Gedächtnis geblieben ist: Als in der 110. Minute des Finales der Fußballweltmeisterschaft in Berlin der Franzose Zinédine Zidane den Italiener Marco Materazzi mit einem Kopfstoß zu Boden wirft, hält die Welt den Atem an. Die Szene, die ein ebenso unerwarteter wie schmerzlicher Abschied des französischen Ausnahme-Talents in seinem letzten Spiel war, hat sich ins Gedächtnis aller eingebrannt – kaum einer erinnert sich nicht an den denkwürdigen Ausraster. 

Doch der Profi-Fußball hält weit mehr solcher unsportlicher Gefühlsausbrüche bereit: Die größten haben wir auf den nächsten Seiten für euch gesammelt. 

Die größten Ausraster im Profi-Fußball

Eden Hazard

Eine wirklich unschöne Aktion bescherte Eden Hazard, der 2013 im englischen Ligapokal mit dem FC Chelsea gegen Swansea City antrat, eine rote Karte sowie einen riesigen Shitstorm: Der Belgier trat in der 80. Minute der Partie einen Balljungen, weil dieser den Ball nicht schnell genug herausgeben wollte. Schiedsrichter Chris Foy entschied ohne Umschweife, Hazard des Platzes zu verweisen – zu Recht!

Die größten Ausraster im Profi-Fußball

Pepe

Der Portugiese weiß mit einer langen Liste an Ausrastern zu 'glänzen'. Einer blieb jedoch besonders im Gedächtnis: Als Real Madrid 2009 auf Getafe traf, stieß Pepe seinen Gegenspieler Javier Casquero brutal im Strafraum um, nur um anschließend noch mehrere Male auf ihn einzutreten. Als er dafür die rote Karte sah, schlug er einem Mannschaftskollegen Casqueros aus Wut ins Gesicht. Unsportlicher geht es wirklich nicht – kein Wunder, dass er mit einer Sperre von zehn Spielen bedacht wurde. 

Francesco Totti

Am 3. November 2004 spielte Bayer Leverkusen im Gruppenspiel der Champions League gegen AS Rom. Mit dabei: Francesco Totti auf Seiten der Italiener und Carsten Ramelow im Bayer-Trikot. Mit beiden Beinen sprang Totti nach einer Grätsche Ramelows ins Kreuz des Deutschen, sah dafür jedoch noch nicht einmal die rote Karte. 

Die größten Ausraster im Profi-Fußball

Kevin-Prince Boateng

Boateng brachte Ballack im Frühjahr 2010 um die WM-Teilnahme, als er den damaligen DFB-Kapitän mit einem brutalen Foul zu Boden gehen ließ. Unschöner ist nur Boatengs 'Aufarbeitung' der Situation. In seinem Buch "Ich, Prince Boateng" heißt es: "Ich habe Nachrichten von deutschen Nationalspielern bekommen mit dem Tenor: ‚Gut, dass er nicht dabei ist‘". Gegenüber "Sport Bild" verriet er, zu einer Entschuldigung sei es nie gekommen: "Man setzt sich nur mit jemandem zusammen, wenn es ein Freund ist oder eine Person, die einem wichtig ist. Ballack ist mir nicht wichtig, ich bin ihm nicht wichtig".

Paolo Di Canio

Der heutige Trainer und bekennende Faschist grüßte die Fankurve in seiner aktiven Zeit als Spieler mehrere Male mit ausgestrecktem Arm. 10.000 Euro Strafe musste er dafür bereits zahlen – was ihn jedoch nicht abhielt, die Geste zu wiederholen. 

Oliver Kahn

Am 3. April 1999 traf der FC Bayern auf Borussia Dortmund. Oliver Kahn, der für seine Ausraster berüchtigt ist, schlug auch hier zu – oder sollten wir lieber sagen, biss zu? Nach einem Gegentreffer, bei dem Kahn alles andere als gut aussah, sprintete Dortmunds Heiko Herrlich auf ihn zu, die beiden prallten leicht aneinander – und Kahn? Nutzt die Chance, um den Geschmackstest zu machen und an Herrlichs Hals zu knabbern. Wenige Minuten später sprang er übrigens noch mit gestrecktem Bein in seinen Gegner Stéphane Chapuisat, dem eine kleine Knabberei wohl auch lieber gewesen wäre. 

Stefan Effenberg

Auch Effenberg war mit einem Temperament gesegnet, mit dem er sich das ein oder andere Mal selbst in den Fuß schoss: Besonders bitter war die WM 1994, als er von seinen Fans ausgepfiffen wurde. Auch nicht gerade schön, aber die eigenen Supporter dann mit dem Mittelfinger abzustrafen? Ein absolutes No-Go. Dafür gab es harsche Kritik und einen direkten Flug nach Hause. 

Die größten Ausraster im Profi-Fußball

Éric Cantona

Weltweite Bekanntheit erlangte der Franzose durch einen Zwischenfall im Januar 1995: Ein Zuschauer des gegnerischen Vereins Crystal Palace provozierte ihn so sehr, dass er die Contenance verlor und im Kung-Fu-Stil auf ihn eintrat. Die angedachte zweiwöchige Gefängnisstrafe konnte Cantona umgehen, jedoch wurde er für acht Monate gesperrt. 

Frank Rijkaard

Das deutsch-holländische Fußballverhältnis war noch nie von eitel Sonnenschein geprägt. Trauriger Tiefpunkt ist die Spuckattacke des Niederländers Frank Rijkaard auf Rudi Völler beim WM-Achtelfinale 1990 in Mailand – gleich zweimal musste sich der Deutsche diese Respektlosigkeit von Rijkaard gefallen lassen, blieb aber ruhig. Die DFB-Auswahl rächte sich auf die schönste erdenkliche Art mit einem 2:1.  

Zlatan Ibrahimovic

Der Schwede ist ohne Frage ein Ausnahme-Talent, zuweilen zeigt er aber auch ein Ausnahme-Ego. So auch im Jahr 2016, als er mit Manchester United auf Fenerbahce Istanbul traf. Der ManU-Star, der an diesem Abend eine 1:2-Europa-League-Niederlage kassierte, war so frustriert, dass er seinem Gegner Simon Kjaer nach einem hitzigen Zweikampf an die Gurgel ging – ein äußerst unschöner Beweis von unsportlichem Verhalten. Bitte für Kjaer: Da es keine Bestrafung während des Spiels gab, wurde Ibra auch im Nachhinein nicht belangt. 

Franck Ribéry

Auch der Franzose ist für seine hitzigen Ausraster bekannt, die ihn zuweilen in Tweets und Interviews, zum Teil aber auch auf dem Platz ereilen: Unvergessen bleibt in diesem Sinne auch die gelbe Karte, die der Bayern-Star im Spiel gegen Dortmund kassierte, da er seinem Gegner Gonzalo Castro mit dem Finger ins Auge stach. Autsch!