Top 15: Die vergessenen Bundesliga-Talente

Manche jungen Spielern können die großen Hoffnungen zu Beginn ihrer Karriere nicht erfüllen. Das sind 15 fast vergessene Talente der Bundesliga.

Tobias Sippel galt als einmal großes Talent
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Vielen Spielern wird in der deutschen Oberklasse eine große Karriere prophezeit, doch die wenigsten Kicker setzen sich durch. Wir zeigen euch eine Top-Elf von mittlerweile fast vergessenen Talenten der Bundesliga.

Tor: Tobias Sippel

Tobias Sippel entstammt einer langen Riege an Torhütertalenten, die beim 1.FC Kaiserslautern groß geworden sind. Andere Torhüter, die aus der Jugend der roten Teufel waren u.a. Kevin Trapp, Tim Wiese und Roman Weidenfeller. Aber auch der spätere Fulham-Keeper und ehemalige australische Nationaltorhüter Mark Schwarzer war einmal für eine Saison als Torhüter unter Vertrag. Dem großen Talent, das Tobias Sippel nachgesagt wurde, konnte er - anders als die genannten Vor- und Nachgänger - nie so ganz erfüllen. Immerhin zu einer Berufung für die deutsche Nationalmannschaft hat es gereicht. Aktuell ist er zweiter Torhüter von Borussia Mönchengladbach hinter Yann Sommer.

Mitchell Weiser war mal ein Top-Talent der Bundesliga
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Abwehr: Mitchell Weiser

Im Sommer 2017 hatte Mitchell Weiser mit einem brillanten Kopfballtor der deutschen U21-Nationalmannschaft den EM-Titel gegen Spanien beschert. Doch seitdem lief es nicht so ganz rund für Weiser. Ein Jahr darauf folgte der Wechsel zu Leverkusen mit vernünftiger Debüt-Saison. Doch danach war Weiser weitgehend außen vor. In der Saison 20/21 brachte es Weiser in der Bundesliga gar nur auf 224 Minuten.

João Queirós vom 1. FC Köln gilt inzwischen als ewiges Talent
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Abwehr: João Queirós

Es kommt sehr selten vor, dass der 1. FC Köln 3 Millionen Euro für einen 19-jährigen in die Hand nimmt, der keine Profi-Erfahrung vorzuweisen hat. Dementsprechend hoch müssen die Hoffnungen und Erwartungen in den jungen portugiesischen Innenverteidiger im Sommer 2017 gewesen sein. Inzwischen kann man wohl resümieren, dass sich die Hoffnungen nicht erfüllt haben. João Queirós durfte nur bei Kölns Reservemannschaft ran und soll auch dort in der Regionalliga West nicht brilliert haben. Da auch eine Leihe zu Willem II Tilburg in die niederländische Eredivisie nichts gebracht hat, steht er aktuell bei Effzeh auf der Abschussliste.

Mamadou Doucouré hat bisher den Durchbruch in Gladbach verpasst
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Abwehr: Mamadou Doucouré

Als Mamadou Doucouré 2016 von Paris Saint-Germain zu Borussia Mönchengladbach galt der junge Innenverteidiger als großes Talent. Doch inzwischen ist Doucouré bereits 23 Jahre alt und hat es gerade einmal auf 2 Kurzeinsätze in der Bundesliga und 13 Spiele in der Regionalliga West für die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach geschafft.

Marvin Plattenhardt war einmal Nationalspieler, doch seitdem ging es fast nur bergab
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Abwehr: Marvin Plattenhardt

Zwar hat es Marvin Plattenhardt bei Hertha BSC zum Nationalspieler gebracht, allerdings ging es seit der WM 2018 relativ kontinuierlich bergab. Seitdem ist er sich seines Stammplatzes in einem fortwährenden Konkurrenzkampf mit Maximilian Mittelstädt nicht mehr gewiss und auch aus dem Fokus der Nationalmannschaft ist er komplett verschwunden.

Marius Wolf war mal ein Youngster der Bundesliga
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Mittelfeld: Marius Wolf

Nach seiner starken Saison, die Marius Wolf für Eintracht Frankfurt spielte, prophezeiten ihm viele eine tolle Zukunft. Der Wechsel nach Dortmund war auch sogleich die Hoffnung, dass sich dieser Verdacht sehr schnell bestätigen könnte. Doch dort konnte sich Wolf überhaupt nicht durchsetzen, sodass zwei Leihen (zu Hertha BSC und dem 1. FC Köln) folgten. Bei beiden Vereinen konnte sich Wolf zwar steigern und erhielt viel Spielpraxis, allerdings hat er seine Form aus Frankfurter Zeiten bisher nicht wieder erreicht.

Gacinovic hat viele Hoffnungen geweckt, aber bisher noch nicht so recht erfüllen konnte
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Mittelfeld: Mijat Gacinovic

Gacinovic war Teil der Frankfurt-Mannschaft, die in der Europa League so munter mitgemischt hatte und war oft Vorlagengeber und Zulieferer für den explosiven Drei-Mann-Sturm um Jovic, Rebic und Haller. Doch Gacinovic hat immer wieder eine sehr starke Varianz in seiner Leistungsfähigkeit gezeigt, sodass Frankfurt trotz großer Hoffnungen, die man in ihn und seine Entwicklung gesetzt hatte, nach Hoffenheim abgeben hat. Doch auch dort konnte er sich nicht wirklich durchsetzen.

Öztunali ist wohl auch ein ewiges Talent
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Mittelfeld: Levin Öztunali

Der Enkel von Uwe Seeler galt zu Beginn seiner Karriere als Riesentalent. Doch auch seine Karriere geriet schnell ins Stocken. Dass es hohe Erwartungen in ihn gab, zeigt sich unter anderem an den 30 U21-Länderspielen, die Öztunali für Deutschland bestritt. Doch in den Dunstkreis der A-Nationalmannschaft konnte sich Öztunali fortan nie spielen. Nach fünf Jahren bei Mainz 05 versucht Öztunali nun einen Neustart bei Union Berlin.

Daniel Didavi warfen in seiner Karriere viele Verletzungen zurück
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Mittelfeld: Daniel Didavi

Zwar hat Daniel Didavi in seiner Karriere auch drei richtig starke Saisons in der Bundesliga gespielt, allerdings verhinderten Verletzungen mehr, sodass der große Durchbruch dem talentierten Mittelfeldspieler verwehrt geblieben ist. In der abgelaufenen Saison war er beim VFB Stuttgart nur Ergänzungsspieler, wohingegen in den beiden Saisons bei den Schwaben Verletzungen mehr Einsätze verhinderten.

Daniel Ginczek wurde in seiner Karriere von Verletzungen zurück geworfen
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Sturm: Daniel Ginczek

Die Krankenakte von Daniel Ginczek ist extrem umfangreich: Zwei Kreuzbandrisse, ein Innenbandriss, ein Bandscheibenvorfall, sowie ein Bänderriss im Sprunggelenk. Ohne die vielen Verletzungen hätte Daniel Ginczek eine richtig erfolgreiche Karriere hinlegen können, so kam Ginczek in 7 Saison in der 1. Bundesliga gerade einmal auf 118 Einsätze (29 Tore, 14 Vorlagen).

Davie Selke galt einst als großes Talent
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Sturm: Davie Selke

Als große Nachwuchshoffnung startete Davie Selkes Karriere beim SV Werder Bremen. Nicht nur die Bremer hatten Hoffnungen in eine glorreiche Zukunft Selkes gesteckt, sondern auch einige beim DFB, wo die Mittelstürmerposition seit Miroslav Kloses Karriereende als Problemposition gilt. Doch nach einer erfolgreichen Debütsaison verschlug es Selke zu RB Leipzig. Dort lief es überhaupt nicht rund für ihn, sodass er zu Hertha BSC wechselte. Zu Beginn konnte der Angreifer in Berlin häufiger glänzen und machte Hoffnung auf mehr. Doch von einer schweren Verletzung (Riss des Lungenfells mit anschließendem Pneumothrorax) zurückgeworfen, hat Selke seit geraumer Zeit große Probleme seine Leistungen auf den Platz zu bringen. Auch eine Leihe in der Saison 19/20 zu seinem Ex-Klub Werder Bremen brachte keine Besserung.

Verletzungen können große Talente immer wieder zurück werfen
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Die Spieler, die es fast geschafft hätten

Es gibt aber tatsächlich auch Spieler, denen eine steile Karriere prophezeit wurde und auch fast ganz oben waren. Durch Fehlentscheidungen oder Verletzungen wurden sie allerdings doch wieder zurück gedrängt. 

Welche Spieler herbe Rückschläge erlitten mussten, siehst du auf der nächsten Seite

Mario Götze hat den Durchbruch letztlich nie ganz geschafft
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Mario Götze

Er hatte gerade einmal mit 17 Jahren sein Bundesligadebüt beim BVB. Er wurde von Experten als eins der größten Talente der Fußballwelt angepriesen. Und das bewahrheitete sich auch lange Zeit. Allerdings wechselte er in der Saison 2013/14 vom BVB zum FC Bayern München, wo er später einen Kapselriss erlitt und auch unter dem späteren Trainer Carlo Ancelotti nicht zu seinen Einsätzen kam. Seinen größten Triumph konnte Götze wohl durch sein Siegtor für die deutsche Nationalmannschaft im WM Finale 2014 erlangen. Allerdings ging es danach aufgrund einer Stoffwechselkrankheit ziemlich abwärts, sodass er längere Zeit gar kein Fußball mehr spielen konnte. In der Saison 2016/17 wechselte er dann wieder zu Borussia Dortmund, wo er aber nie solch einen Rückhalt erhielt, wie vor seinem Wechsel. Beim BVB feierte man ihn einst als großes Dortmunder Jahrhundert-Talent. Doch die Rückkehr beim BVB verlief nicht so glücklich, wie sein erstes Engagement, sodass er nach vier Jahren zu PSV Eindhoven wechselte.

Hermann hätte ohne die vielen Verletzungen noch erfolgreicher sein können
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Patrick Hermann

Patrick Hermann hat einige bravouröse Bundesliga-Saisons absolviert. Allerdings hätte er ohne die vielen Verletzungen, die er in der Karriere immer wieder erlebt hat, auch ein wichtiger Bestandteil der deutschen Nationalmannschaft werden können. So blieb Hermann das leider und es bleib bei zwei Einsätzen für die deutsche Nationalmannschaft.

In Nils Petersen gab es zu Karrierebeginn größere Hoffnungen
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Nils Petersen

Dem heute 30-Jährige Nils Petersen wurde großes Potenzial zugesprochen. Besonders in der U21 der deutschen Nationalmannschaft konnte er sich beweisen. Zur Saison 2011/12 wechselte er von Energie Cottbus zum FC Bayern München, wurde ein Jahr später allerdings an Werder Bremen ausgeliehen, wo er elf Bundesligatore erzielen konnte. Daher wurde er schließlich auch fest verpflichtet. Allerdings kam er unter dem neuen Trainer Viktor Skripnik nicht mehr auf seine Einsätze und wechselte schließlich zum SC Freiburg, wo er auch heute noch spielt. Seine bislang beste Saison machte er 2017/18 in der er zweitbester Torschütze wurde. Trotzdem blieb auch in der Nationalmannschaft die große Karriere aus. Er spielt zwar in der Bundesliga, aber verhältnismäßig zu seiner prophezeiten Karriere ist sein Werdegang eher mau zu betrachten.