Uli Hoeneß gewährt Einblick in seine Zeit als Häftling

Freundschaften schließen konnte er währenddessen nicht

Uli Hoeneß gewährt Einblick in seine Zeit als Häftling

21 Monate gefangen

2014 wurde Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Wegen guter Führung wurde er bereits nach 21 Monaten auf Bewährung wieder freigelassen. 

Mittlerweile ist der 65-Jährige wieder Präsident des FC Bayern und hält sich mit scharfen Ansagen gegen die Konkurrenz wie gewohnt nicht zurück. Nun redete er mit der Zeitung Die Welt erstmals über seine Zeit als Häftling. Freundschaften entwickelten sich dabei nicht. Im Gegenteil: Andere Gefangene provozierten ihn 

"Man kann dort wenigen Menschen trauen. Im Gefängnis hat mich meine eigentlich gute Menschenkenntnis verlassen. Du hast es mit Leuten zu tun, die teilweise gute Schauspieler sind“, sagte Hoeneß und erklärte, wie sie versuchten, von seinem Dasein zu profitieren...

Mitgefangene wollte Fotos von ihm verkaufen

„Es wurde versucht, mit reingeschmuggelten Handys Bilder von mir zu machen, um sie dann für sehr viel Geld zu verkaufen. Es war hart zu erfahren, dass Leute, mit denen ich zuvor Karten gespielt hatte, probierten, mich unter der Dusche oder sonstwo zu fotografieren“, erzählte Hoeneß entsetzt. Dass die Bilder nie öffentlich gezeigt wurden, ist für ihn mehr als logisch. "Die Zeitungen wussten, wie teuer es für sie würde, wenn sie darauf eingehen würden", sagte er.

Die schwere Zeit habe ihn aber auch auf andere Weise verändert...

Uli Hoeneß gewährt Einblick in seine Zeit als Häftling

Hoeneß will sich in politischen Talkshows nicht mehr zeigen

Die Zeit im Gefängnis habe einiges aus ihm gemacht. "Ich glaube, dass ich viele Dinge stärker reflektiere, distanzierter und gelassener sehe. Ich ruhe mehr in mir und rege mich nicht mehr so schnell auf", sagte er.

Auch in politische Talkshows, wo er vor seiner Haftstrafe öfters zu sehen war, wird er nicht wieder gehen. "Weil ich weiß, dass ich eine Schwachstelle habe, die nicht wegzudiskutieren ist", gestand er.